So ein Flug von Europa nach BKK ist für mich mittlerweile nicht mehr als ein notwendiges Übel; daran änderte auch das „neue“ Inflight-Entertainment der Thai nichts. Wirklich peinlich, was die einem da als „hochmodern“ verkaufen wollen. Bei Emirates verfügen nur noch die ganz alten Clipper über diesen Schrott. Da hätten sie lieber „den großen Fernseher für alle“ beibehalten sollen und man hätte wenigstens das Gefühl, in einem nostalgischen Flugzeug unterwegs zu sein…
Aber was soll’s; ich fliege ja nicht um mich zu amüsieren, sondern um von A nach B zu kommen und über das zweite Tablett Essen freue ich mich mehr als über einen Videofilm meiner Wahl. Drei Jackies später schlafe ich sowieso…
Ab und zu wache ich immer mal wieder auf. Über Afghanistan fällt mir auf, dass unser Capitano die Landescheinwerfer angeschaltet hat. Die Fluginformation zeigt jedoch beharrlich irgendwas mit 11.000 Metern Flughöhe an. Nun gut, dann geben wir wohl anscheinend bewusst ein gut sichtbares Ziel für die da unten lauernden Flugabwehrraketen ab…
Irgendwo zwischen Yangon und Kanchanaburi kommt was kommen muss: Rückenlehnen gerade stellen! Und die Aufforderung kommt wie ein militärischer Befehl. Hallo? Wo ist die Höflichkeit und das Lächeln Thais geblieben? Da hätte ich dann ja auch gleich mit der Hansa fliegen können…
Der Anflug auf den Suvernabhumi Airport findet während der Morgendämmerung statt. Mit etwas Ortskenntnis lässt sich ausmachen, welche Gebiete tatsächlich unter Wasser stehen. Die Wasserlinie liegt jedenfalls weit außerhalb der Stadt und die wichtigsten Verbindungsstrassen scheinen allesamt passierbar. Was sich da unten bei den wirkliche betroffenen Menschen für Dramen abspielen, lässt sich aus der Höhe freilich nicht abschätzen.
In Bangkok gelandet verbleibe ich im Transitbereich. Zum ersten mal nach über 70 Anflügen auf die Stadt (also BKK und DMK zusammengerechnet) Ein schnelles Zigarettchen im Raucherzimmer passt gerade noch, dann geht es auch schon weiter. Ein A330 der Thai steht bereit und keine zwei Stunden Später nehmen wir Kurs auf Manila. Die Flugverbindung auf die Phils mit der Thai ist und bleibt einfach die schnellste (zumindest seit LH und Philippines ihre Flüge ex FRA eingestellt haben). Und genau zur Mittagsstunde setzen die Räder des 330’ers auf der Piste des NAIA auf.
Da ich direkt an der Tür sitze, bin ich auch einer der ersten an der Immigration. Null Wartezeit! Aber das nützt mir wenig: mein Gebäckstück ist eines der letzten was man aus der Versenkung hervor holt. Nach einem Zigarettchen oben auf der Abflugebene des T1 und der Feststellung, dass trotz des wolkenlosen Himmels an keinerlei Schnappschüsse zu denken ist (Gegenlicht), nehme ich ein Taxi nach Pasay und dann den Bus nach Dau (Angeles City).
Die nächsten Tage bleiben spottermäßig ungenutzt. Mann hat ja auch noch andere Dinge im Kopf nach fast einem Jahr Ortsabwesenheit…
Das Thema Flugzeuge wurde erst wieder in Hongkong auf die Tagesordnung befördert. Um da hin zu kommen, geht es eines Abends mit der Cebu von Clark aus nach Macau. Vor 12 Jahren war ich das letzte mal dort und entsprechend wenig erkenne ich wieder in dieser ehemaligen Kolonie Portugals. Um nicht zu sagen: eigentlich ist in Macau nichts mehr wie damals und entsprechend verlaufe ich mich auch in den nächtlichen Strassen und Gassen, bis ich endlich in die Altstadt finde und somit bekanntes Terrain betrete.


Die Nacht im Luxushotel ist kurz (schade eigentlich um die 5 Sterne…) und da am MFM vormittags wegen Gegenlicht kaum was zu machen ist, schiffe ich mich um die Mittagsstunde des Folgetages nach Hongkong ein.
Knapp zwei Stunden später erreiche ich Kowloon und beziehe nach längerer Suche eine Absteige mit Etagenkloo für 30 US$ pro Nacht. Ich teile das Zimmer mit einer Hand voll Kakerlaken aber immerhin scheint das Laken auf der Schlafpritsche einigermaßen sauber und die Kammer hat ein Fenster zur Strasse (was vergleichbare Unterkünfte längst nicht alle haben). 120 € wäre bei Frau Meyer an diesem Wochenende das günstigste gewesen; walkin mehr als das doppelte. Da tut man sich doch direkt freuen wenn man nicht unten am Hafen unter freiem Himmel pennen muss…


Auf die Insel Chek Lap Kok (die ja eigens für den Flugplatz vor einigen Jahren planiert wurde) begebe ich mich erst am nächsten Tag. Und was da abgeht, ist für einen Spotter die völlige Reizüberflutung. Das grenzt irgendwie schon an Hochleistungssport: spaßeshalber hab ich mal mitgezählt und kam über einen Zeitraum von zwei Stunden auf einen Inbound-Takt von 2 Minuten und zehn Sekunden. Da bleibt nicht viel Zeit zum langweilen…
Der allerbeste Spot zum spotten ist zweifelsohne die Aussichtsterrasse am nördlichen Ende des Terminal 2. Leider aber nur bei Flugrichtung 25. Dazu muss man wissen, dass rund 95% des Inbound-Traffic in jedem Fall über die Nordbahn abgewickelt wird. Egal ob von Westen oder Osten angeflogen wird. Bei 25-Landung heißt das also 25R und dafür ist die Terrasse wie gemacht. Wahrscheinlich gibt es auf diesen Planeten keinen schöneren Spot für Anflugschüsse.
Der Haken an der Sache: Während meines Aufenthaltes in HKG wurde am Vormittag nicht auf der 25R sondern entsprechend auf der 07L gelandet (folglich auf 07R gestartet). Die Terrasse war somit praktisch bis zum Wechsel der Landerichtung am Nachmittag unbrauchbar. Sowohl für Landungen als auch für Starts.
Das wäre alles noch gar nicht mal so schlimm, wäre da nicht das Südchinesische Meer, das sich zuweilen wie ein Dampfkessel benimmt und die gesamte Umgebung in einen zähen Dunst hüllt. Vornehmlich natürlich am Nachmittag… L
Mir blieb nichts anderes übrig, als das beste daraus zu machen. Die Vormittage verbrachte ich also bei praller Sonne draußen an der Lifeboat-Station am Ende der South Perimeter Road. Leider braucht man dort sehr große Brennweiten (oder man schnippelt wie ein Geisteskranker an den Bildern). Aber immerhin darf man da hin und das ist an sich schon mal klasse. Immerhin hätten die Planer des Flugplatzes die Gegend da draußen auch gleich mit in die „restricted area“ einbeziehen können. Ausser den Mitarbeitern der HAECO-Werft und den Lifeboatern kommen da eh nur Spotter und ein paar Hobby-Angler hin.
Die komplizierte (und zeitraubende) Anreise über Tung Chung – wie sie in einschlägigen Spotter-Guides benannt wird - kann man sich übrigens getrost sparen. Auch ohne des lesens chinesischer Schriftzeichen mächtig zu sein, nimmt man einfach einen der zahlreichen Busse die zur „Cathay City“ fahren. Von dort aus fährt dann alle 20 Minuten die Buslinie S52 hinaus zur HAECO-Werft.
Beim Umsteige-Stop in der „Cathay City“ kann man übrigens nicht nur die schmuck hergerichtete DC3 knipsen; es bietet sich auch an bei Flugrichtung 07 von der überdachten Fußgängerbrücke Fotos vom Takeoff zu machen. Man muss also nicht irgendwo zwischen Schnellstrassen einen Spot suchen, um Flugzeuge halbwegs von unten in 2000 Meter Höhe zu knipsen. Was da an Infos im Netz geistert, ist einfach nur traurig. Es kann natürlich auch sein, dass die jeweiligen Informanten silberne Flugzeugbäuche von unten lieben oder dass die Sonne ihnen das Hirn versengt hat. Man muss doch kein Pfadfinder sein um zu erkennen, wo startende Flugzeuge gerade noch eine vertretbare Höhe haben?!? Kleinere bzw. Leichtere Maschinen sind natürlich auch hier schon relativ hoch. Aber man kann nicht alles haben und außerdem will man ja auch nur auf seinen Bus warten…
Noch ein (wirklich ernst gemeintes!) Wort zum Spot draußen an den Felsen bei HAECO: Man befindet sich dort wirklich am hintersten [Ich kann mich nicht gewählt ausdrücken] der Heide. Es gibt dort nichts außer der Bushaltestelle und dem Tor zur Werft. Keinen Schatten und Getränke schon gar nicht. Bei aller Euphorie und Tatendrang tut man gut daran, sich vorher am Terminal (oder in Tung Chung – je nach Anreise) mit genügend Flüssigkeit einzudecken. Tut man das nicht, kann jede Minute spotten zur Qual werden!
Es gibt natürlich auch noch weitere Spots zum klicken in HKG. Allerdings sind diese nur unter besonderen Umständen nutzbar: Wer die gerade mal ca 5% aller Inbounds haben will, die die 07R nutzen (es sind maximal ein oder zwei Frachter pro Stunde) fährt mit der drei bis viermal täglich verkehrenden Fähre zum Sha Lo Wan Pier auf Lantau. Die Perspektive ist phänomenal! Nur bedenke man, dass man dort den Tag über vielleicht ein Dutzend Flieger bekommt. Die anderen dreihundert sieht man nur aus der Ferne…
Für mich als HKG-Newbie also keine Alternative.
Nicht unterschätzen sollte man die Qualitäten des Terminals für abfliegende Passagiere. Ich kann mir immer noch ein Monogram in den Hintern beißen, dass ich verschlafen hab und erst kurz vor Abflug da war. Die Scheiben dort sind senkrecht und man kann mit der Linse direkt dran gehen (also kein Problem mit Spiegelungen). Für alles Sonnenstände gibt es jeweils genügend Positionen mit gutem Licht. Nächstes mal stelle ich mir zwei Wecker; ganz sicher…
Bevor es nun zunächst das allfällige moderne Aluminium-Süßsauer gibt, erst mal die gute alte DC3 in der Cathay City – die sich übrigens in einem erstklassigen Zustand befindet. Im Hintergrund des ersten Bildes die überdachte Fußgängerbrücke von der aus man kklicken kann, wenn auf der 07R gestartet wird.



Und das sind ihre Nachfolger (leider vieles unter eher suboptimalen Bedingungen geknipst)…




















Wirklich nur ein Notschuss; aber in Hamburg bekommt man so was ja nun überhaupt nicht, auch wenn man Tag und Nacht auf Posten bleibt...

























Soweit erst mal zu den Chinesen die mir in HKG ins Netz gegangen sind...
tbc