Nach meinem Besuch am letzten Samstag in Innsbruck möchte ich euch nun meinen Tripreport zeigen. Er dauert ein wenig länger und daher macht es nur Sinn, ihn zu lesen, wenn ihr auch gerade Zeit habt.
Nun aber erstmal zum Ort des Schreibens: Ich sitze gerade in dem IC 1284 irgendwo auf der Strecke zwischen München und Hannover, habe es mir gemütlich gemacht (sofern man das nennen kann, aber dazu gleich mehr) und versuche nun euch einen interessanten Bericht vorzulegen (werde aber dauerhaft von dem Fahrkartenkontrolleur aufgefordert meine Fahrkarte zu zeigen oder von der "Bahn-Saftschubse" angesprochen, ob ich nicht etwas zu essen oder zu trinken haben möchte. Das Verkaufspersonal ist verdammt hartnäckig geworden, also her mit Brezel, Twix und Cola – Weizen gab es nicht! Magen hängt eh auf halb acht, also bloß rein mit dem Zement).
Noch eine Anmerkung zu den Zügen: Es ist einer der Ältesten Wagons der Generation IC, teilweise nicht mal klimatisiert und so dürfen sich einige Leute mit dicken Jacken in die ausgekühlten Wagons setzen (und es waren in der Nacht -13 Grad). Meiner ist zum Glück warm, aber dafür nicht gerade der sauberste. Dass die Sitzplatzreservierung, die ich vorher gebucht habe, aufgehoben wurde, versteht sich für die Bahn natürlich wie von selbst und ich rechne damit, dass es nur einen Bahngutschein statt Bargeld gibt. Selbstverständlich alles inbegriffen bei einem Fahrpreis von 134 €. Das ist kundenorientiertes Verhalten.
Back to the roots: Lange habe ich mich drauf gefreut endlich nach INN zu kommen. Am 02/01/2010 war es dann endlich soweit. Auf nach INN und den schönen Wintercharter in einer grandiosen Kulisse aufnehmen. Ein Traum sollte wahr werden und zugleich ein guter Start für das Jahr 2010 sein.
Meine Ausgangsposition war wieder mal relativ schlecht, da ich erstens mit der Bahn aus Garmisch kam, zweitens keinen Tritt hatte, drittens meine Freundin mir netterweise Gesellschaft leistete (aber zum Glück nur zeitweise – dank der Kälte) und viertens drei Wetterquellen mir komplett unterschiedliche Wettervorhersagen genannt haben. So langsam habe ich das Gefühl, dass es fast gleichzusetzen ist mit mindestens einem fünfer im Lotto…
Aber Dank Wetterfrosch Mr. Marv habe ich die Windrichtung noch bekommen, die ja in 90% der Fälle stimmt. Wenigstens etwas Verlässliches.
Aber zunächst mussten erstmal Informationen her. Dabei quälten mich einige Fragen:
• An welchem Bahnhof muss ich in Innsbruck aussteigen?
• Welche Buslinie bringt mich am schnellsten zu den gewünschten Positionen?
• Wo kann man auch ohne Leiter/Tritt gut fotografieren?
• Wo war ein Café oder Restaurant, in dem man sich auch mal für 20 Minuten reinsetzen konnte um die abgestorbenen Körperteile wieder auf Temperatur zu bringen?
• Woher bekomme ich den Flugplan für den 02. Januar 2010.
Für einen Auswärtigen sehr wichtige Fragen, die für einen reibungslosen und erfolgreichen Tag auf jeden Fall geklärt werden musste.
Dank Googles Hilfe bin ich auf ein kleines, aber sehr informatives und niveaureiches Forum (ja, so was gibt es heute doch noch) gestoßen. Jeder, der sich auf seine Reise nach INN vorbereiten möchte, kann ich
http://hawkeye.iphpbb3.com/forum/portal ... 768nx29401nur ans Herz legen. Fragen werden zügig beantwortet und es ist nicht so, dass man Infos noch vor Anderen verheimlicht. Auch nach meinem Besuch in INN werde ich öfters dem Forum einen Besuch abstatten.
Landung über die 08:
Ausgangsbasis ist hier wieder der Bahnhof Hötting. Von dort aus den Bahnschienen in Richtung Süden folgen. Nach 5 Minuten Fußweg kommt man zu einer Unterführung. Von dort aus kommt man dann mit dem Stadtbus „T“ zu dem Spotterpunkt an der Inn. An der Haltestelle „Gasthof GH Kranebitten“ dann aussteigen.
Informationen über Streckenverlauf der Buslinie und Fahrzeiten findet ihr unter
http://www.ivb.atDort gibt es alles als PDF-Datei incl. Preise und Fahrzeiten. Ich empfehle alles sich auszudrucken und mitzunehmen, weil man sonst doch relativ hilflos ist.
An dem Gasthof Kranebitten angekommen, muss man dann auf die Überführung der Tiroler Bundesstraße 171b. Man kann dort einfach den befestigten Weg nach oben gehen.
Dann einfach nur den Weg in südlicher Richtung folgen und schon läuft man automatisch am Inn entlang zu der eingezeichneten Spotterposition.

Fotos kann ich euch von dieser Position leider nicht zeigen, da die Hauptlanderichtung über die 26 war.
Landung über die 26:Falls der Wind aus Westen kommt, kann man von dem Bahnhof Innsbruck-Hötting nördlich dem ca. 100m langen Weg entlang an den Bahnschienen bis zum Fürstenweg folgen. Von dort aus geht man nun in westliche Richtung und folgt der Straße ca. 1,6 km, bis man den Sportplatz auf der linken Seite hinter sich gelassen hat und vor dem "Cafe-Bar-Restaurant Burkia" steht. Wer nicht laufen möchte, kann auch den Bus in Richtung Flughafen nehmen (Infos unter IVB.at).

Rechts neben "Burkia" ist ein kleiner Weg, der hinter das Haus immer entlang an dem Flughafenzaun zur Position 2 führt. Dort ist der Zaun leider 2m hoch und man benötigt, wenn man sie direkt über der Bahn erwischen möchte, eine Leiter.
Ansonsten reicht es, wenn man sich ein paar Meter vom Zaun entfernt um die Flieger im Anflug zu erwischen.
Die Position 3 eignet sich auch sehr gut zum Fotografieren. Hier kann man sich gut auf den Parkplatz des Supermarktes stellen. Die Flugzeuge fliegen einem ca. 25 Meter über dem Kopf weg.
Hier ein Beispielbild vom frühen Morgen (Lichtverhältnisse waren noch schlecht, daher nur ein Beispielbild).

Falls der Flugplan es zulässt, kann man das Cafe Bernhard Seiler besuchen, welches schräg gegenüber vom Supermarkt liegt.
Ist sehr bekannt für seine Toasts und gilt als Insidertipp unter Piloten und Luftfahrtinteressierte.
Danach habe ich mich auf dem Weg zur Position 2 gemacht. Hier die Bilder:

Die Qualität ist nicht die Beste, aber es gefällt mir trotzdem

Es war extrem windig und die Piloten hatten alle Hand voll zu tun.


Zwischendurch wurde es am Boden relativ langweilig, aber zum Glück gab es einige Überflieger - Swiss stellvertretend für alle anderen.












Das sind noch echte Piloten, die wirklich fliegen können!
Dann wurde es mir langsam doch zu kalt und ich beschloss schonmal ein wenig die Terasse zu erkundschaften (weitere Infos folgen unten).



Jetzt kam auch der Schnee

Danach ging es für mich mit dem Stadtbus "F" erstmal in Richtung Hauptbahnhof – man möchte ja auch noch etwas von der Stadt sehen. Die interessantesten Flieger kamen zum Glück vormittags und so konnte ich mir diese Auszeit noch gönnen.
Fotografieren von der Besucherterrasse:Als es dämmerte machte ich mich dann wieder auf den Weg in Richtung Flughafen, denn Nachtaufnahmen wollte ich auf jeden Fall mit nach Hause bringen. Also wieder ab in den Stadtbus "F", am Airport aussteigen und zur Besucherterrasse laufen.
Zunächst ist zu sagen, dass das mit die beste Besucherterrasse ist, die ich jemals betreten habe. Extrem niedrige Brüstung, weiter Blick auf den gesamten Flughafenbereich und lustigerweise absolut keine Kontrollen. Selbst das Rauchen ist dort noch gestattet (fand ich allerdings nicht ganz so vorteilhaft). Für Nachtaufnahmen durchaus sehr gut geeignet, da sie bis 22 Uhr geöffnet ist.






Hatte mich schon sehr auf die drei angekündigten VIM gefreut, nur leider kamen die zwei mit extremer Verspätung rein, während der dritte Kurs komplett gestrichen wurde. Daher hier ein Inkognitofoto der VIM, die leider nicht lange genug auf Bahn blieben.

Der Tag neigte sich dem Ende und die Rückfahrt kam immer näher. Also wieder ein Ticket für den Bus kaufen, wieder in den Stadtbus "F" einsteigen und entweder wieder in Richtung Hauptbahnhof fahren oder Haltestelle "Bachlechnerstraße" aussteigen, um den Zug dann am Bahnhof Innsbruck-Höttingen wieder in Richtung Garmisch zu nehmen.
Fotografieren von sonstigen Positionen:Einige Spotter berichteten mir von mehreren Positionen an der Kranebitter Allee, die ich allerdings nicht genutzt habe, da sie bei gutem Wetter Gegenlicht haben und ich mit meinem Standorten durchaus zufrieden war.
Weiterhin besteht die Möglichkeit direkt am Flughafenzaun südlich vom Ende der 08 zu fotografieren. Allerdings benötigt man hier eine Leiter, da der Zaun relativ hoch ist.
Man kommt dort ganz einfach hin, indem man entweder von der Inn immer am Flughafenzaun in den Osten läuft oder vom Flughafengebäude in Richtung Westen geht.
Aber Achtung: Einige Quelle berichten von einem Hund, der sein Revier doch sehr gut verteidigen soll. Also nehmt euch in Acht!
Zwischenruf: Bevor ich nun noch einen passenden Schluss zusammenzimmern kann, muss ich erstmal mein Board und Koffer wieder auf die richtige Position hieven, nachdem ich eine doch recht unterhaltsame Diskussion mit einem älteren Ehepaar über mein Gepäck hatte, die es laut fluchend bei Seite geschoben haben.
PAUSE!
Alles wieder am rechten Ort, nur die Energievorräte sind aufgebraucht und ich muss mich stärken… Doch wo ist nur der Futterwagen auf Rädern mit dem hartnäckigen Verkaufspersonal??? Nicht auffindbar, also sinnlos wieder Chips in sich reinstopfen.
Naja, um den Bogen wieder aufs Wesentliche zu lenken, hoffe ich, ich konnte einigen helfen und wertvolle Informationen zusammenstellen. Aber bitte bedenkt, dass ihr euch selbst immer noch die Fahrpläne raussuchen müsst, da ein Wechsel der Haltestellen und Buslinien durchaus vorkommen kann. Die dafür nötige Internetseite ist ja bereits oben angegeben.
Abschließend kann ich nur sagen, dass INN einfach Spitze war. Ein Airport in einer fantastischen Kulisse mit – im Winter – klasse Traffic. Der Tag hat viel Kraft gekostet, aber es hat sich dennoch gelohnt. Ein Besuch im Winter ist auf jeden Fall lohnenswert.
Leider war das Wetter wechselhaft, aber größtenteils wenigstens trocken. Allerdings merkt man schon, wie viel Licht Schnee gibt. Leider hatte ich davon nicht mehr viel im Ort.
Als letzte Information noch ein wichtiger Tipp. Obwohl INN nur eine Bahn hat, wird bei konstanter Windrichtung durchaus mal gerne die Startrichtung geändert. Ein Punkt, den ich vorher in solchen Maßen noch nicht erlebt hatte.
Falls jemand noch Fragen hat, kann er sich gerne an mich oder direkt – wenn ich sie nicht beantworten kann – an die Austrian Spotter Association (
http://www.asa-spotters.com/index.html) wenden. Die helfen immer gerne.
Und damit endet auch mein Tripreport. Ich muss nun eh aussteigen und meinen Anschlusszug in Richtung OL bekommen. Hoffentlich fall ich nicht wieder zu sehr auf mit meinem Snowboard auf dem Rücken!;)
In diesem Sinne…
Gruß
Fabian